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Dr. Wilhelm Sandfuchs (1913-1999) |
Lebensgeschichte von Dr. Wilhelm SandfuchsWilhelm Sandfuchs [1] <12-d> (1913-1999), der jüngste Sohn von Albert sen., besuchte in Wolfach die Bürgerschule. Ein guter Schulfreund von ihm war Max Glattfelder, der sich auch in späteren Jahren, als Wilhelm aus beruflichen Gründen nicht mehr nach Wolfach kam, immer wieder nach ihm erkundigte. Im Gymnasium in Lahr machte Wilhelm 1933 das Abitur und erhielt den Schillerpreis für besondere Leistungen in Deutsch. Anschließend studierte er an der Universität in München Zeitungswissenschaften, Mittlere und Neuere Geschichte, Kirchengeschichte und Staatsrecht und promovierte 1938 bei Prof. Dr. Karl d'Ester mit der "Geschichte des Kinzigtälers" zum Dr. phil. Seine journalistische Tätigkeit begann er bei verschiedenen Tageszeitungen in Coburg, Regensburg und Karlsruhe. Von 1939 bis 1945 wurde er zur Luftwaffe eingezogen und heiratete bei einem Fronturlaub am 30. Dezember 1944 Marta Erbacher. Während seiner Kriegsgefangenschaft in Rimini 1945 gab er einen vervielfältigten "Kirchlichen Nachrichtendienst" heraus für die verschiedenen Gefangenenlager. Nach seiner Entlassung arbeitete er ab November 1945 bei der vom amerikanischen Jugendoffizier herausgegebenen Jugendzeitung "Der Start" in Karlsruhe mit. Außerdem war er Korrespondent des Koblenzer Kirchlichen Nachrichtendienstes und des Münchener Christlichen Nachrichtendienstes, den Vorgängern der Kirchlichen Nachrichtenagentur (KNA). Bei mehreren Tageszeitungen, insbesondere der Badischen Zeitung aus Freiburg und der Wochenzeitung Rheinischer Merkur aus Köln, war er als Mitarbeiter tätig. Mit der Eröffnung des Studios Karlsruhe des Süddeutschen Rundfunks wechselte er zum Rundfunk und begann seine Mitarbeit bei der Sendung "Echo aus Baden". Daneben war er in der Katholischen Arbeitsgemeinschaft Karlsruhe tätig und veröffentlichte mehrere Nummern der Karlsruher Hefte. [2] Im Jahre 1949 ging er für drei Monate in die USA zu einem Studienaufenthalt über Katholisches Presse- und Nachrichtenwesen. Im September 1949 berief ihn der Südwestfunk in Baden-Baden als Leiter des dort neu geschaffenen Referates Kirchenfunk, um die kirchlichen Sendungen aller Konfessionen zu betreuen. Er führte zahlreiche neue Sendereihen und Sendungen ein, z.B. 1950 den Krankengottesdienst, 1951 die Adventssendung "Tröstliche Botschaft" und die aktuelle Reihe "Für Zeit und Ewigkweit", 1952 die Reihe "Die Leidensgeschichte" zur Fastenzeit, 1954 die Sendung "Worte in den Tag", 1955 die Krankenandachten, 1956 die Ostersendung "Die Osterbotschaft" sowie die sonntägliche Frühsendung "Zum Tag des Herrn". Im Januar 1958 übernahm er von Gunthar Lehner die Leitung der Abteilung Kirchenfunk beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München. Er betreute dort vor allem die werktägliche Frühsendung "Minute der Besinnung", die sonntägliche Sendung "Katholische Welt", die wöchentliche Sendung "Besuch am Krankenbett" und zahlreiche Buchbesprechungen. Eine kirchliche Zeitgeschichte der besonderen Art stellte die von ihm gestaltete Zeitchronik "Von Monat zu Monat" dar, die von 1959 bis 1976 jeden Sonntag gesendet wurde. In über zwanzig Buchveröffentlichungen hielt er einige der besonders erfolgreichen Sendereihen auch in schriftlicher Form fest. Sehr populär war vorallem die Reihe "Minute der Besinnung" - von den über 5000 morgendlichen Geleitworten und Losungen im Radio gab er in sechs Bänden fast 2200 einzelne Texte von Persönlichkeiten verschiedenster Art heraus, die dem Hörer bzw. Leser "den Sinn des neu begonnenen Tages und der vor ihm liegenden Alltagsarbeit" [3] deuten wollen. Neben den regelmäßigen Sendungen im Kirchenfunkprogramm hatte Wilhelm Sandfuchs auch außergewöhnliche kirchliche Ereignisse hörfunkmäßig zu betreuen, so den 37. Eucharistischen Weltkongreß 1962, das 2. Vatikanische Ökomenische Konzil 1962-65, den 81. Deutschen Katholikentag in Bamberg 1967 sowie die Römischen Bischofs-Synoden seit 1967. Von 1958 bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahre 1978 leitete er beim BR, der federführenden ARD-Anstalt für die Berichterstattung aus dem Vatikan, die Berichterstattung über die Pontifikatswechsel nach den Päpsten Pius XII. (1956), Johannes XXIII. (1963), Paul VI. sowie Johannes Paul I. (1978) und kommentierte vielfach selbst die Ereignisse. Viele Jahre lang war er Vizepräsident der UNDA Europa, einer internationalen Kommunikationsorganisation, deren Generalversammlung er 1968 in München organisierte. Daneben war er Mitglied in zahlreichen Gremien und Organisationen, z.B. im Landeskomitee der Katholiken in Bayern, im Bildungsausschuss der Katholischen Akademie in Bayern, im Programmbeirat der Katholischen Akademie der Diözese Augsburg, im Bayerischen Journalistenverband, im Bayerischen Presseclub, im Unitas-Verband sowie im Kirchengeschichtlichen Verein für das Erzbistum Freiburg. Für seinen unermüdlichen Einsatz für den Kirchenfunk erhielt Wilhelm Sandfuchs als ein hellsichtiger Chronist des Zeitgeschehens und unermüdlicher Gestalter der christlichen Öffentlichkeit zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Am 13. Juli 1961 überreichte ihm Julius Kardinal Döpfner, Erzbischof von München und Freising, das Komturkreuz des Ritterordens des heiligen Papstes Silvester, das ihm Papst Johannes XXIII. in Anerkennung der Verdienste um die Rundfunkübertragung vom 37. Eucharistischen Weltkongress 1960 in München verlieh. [4] Joseph Kardinal Ratzinger überreichte ihm am 17. März 1978 den Stern zum Komturkreuz des Ritterordens des heiligen Papstes Silvester, verliehen durch Papst Paul VI. Er war Träger des durch die Deutsche Bischofskonferenz gestifteten Katholischen Journalistenpreises, überreicht am 19. Juni 1978 durch Joseph Kardinal Höffner, sowie der Lorenz-Werthmann-Medaille für hervorragende Verdienste um die Werke der Caritas in der Bundesrepublik Deutschland, die ihm im Juni 1979 Caritaspräsident Prälat Dr. Georg Hüssler überreichte. Im Ruhestand widmete sich Wilhelm Sandfuchs in drei Büchern seinem Lebenswerk, der Biografie von Pater Rupert Mayer S.J. Einen Tag vor seinem 86. Geburtstag starb er nach schwerer Krankheit am 24. Juni 1999 in Wasserburg a.I. Wilhelm Sandfuchs wollte nie etwas anderes sein als ein Sohn der Kirche, der er auch in schwierigen Zeiten immer die Treue hielt. Sein Kirchenbild war geprägt durch das Pontifikat Pius XII. Er litt unter dem Wandel im Gefolge des Zweiten Vatikanums und fühlte sich darum besonders Pater Rupert Mayer verpflichtet, dem Apostel Münchens, den er als unerschrockenen "Verteidiger der Wahrheit, als Apostel der Nächstenliebe und Wegbereiter moderner Seelsorge in einer Epoche des Wandels" würdigte. Nicht zuletzt durch ein Gespräch mit Mayer wurde er zum Publizisten. Wo er Talente entdeckte, suchte er sie nach Kräften zu fördern und in Schlüsselpositionen zu bringen. Er fühlte sich persönlich für den Erhalt der christlichen Tradition wie für die Festigung und Vertiefung des Glaubens in einer sich zusehends entchristlichenden Zeit verantwortlich. Im Vorwort zum 6. Band der Reihe "Minute der Besinnung" brachte er selbst zum Ausdruck, was er war und wirkte: [5] Wer immer den von Fragen, Sorgen und Nöten bedrängten, vor immer neuen Aufgaben stehenden Menschen hilft, den Sinn des Lebens zu finden und neue Brücken zum Überweltlichen und Ewigen zu schlagen, der leistet wirkliche und bleibende Lebenshilfe. |
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Bibliografie Wilhelm Sandfuchs <12-d>
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Sigmar Sandfuchs (1938-1974) |
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Sigmar <6-c>, [6] der älteste Sohn von Erich und Elsa, erlernte von 1953 bis 55 auf dem Typo-Studio in Biberach a.d. Riß den Schriftsetzerberuf und war anschließend in Gelsenkirchen und Wolfach in seinem Beruf tätig. In Gelsenkirchen heiratete er 1963 Christel Koch aus Scholven. Zwei Jahre später bestand Sigmar seine Meisterprüfung und arbeitete danach fünf Jahre lang als Meister bei der Druckerei Sandfuchs. 1970 zog er mit seiner Familie nach Bottrop. Sigmar erfreute sich wegen seiner ruhigen und freundlichen Art allgemeiner Beliebtheit. Sigmar starb bereits im Alter von 36 Jahren in Bottrop. |
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Volker Sandfuchs (1940-1991) |
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Volker <6-d> wurde am 14. Februar 1940 in Wolfach geboren, besuchte dort ab 1946 die Volksschule und begann nach Abschluss der 8. Klasse am 2. Mai 1954 eine Fotografenlehre, die er 1957 mit der Gesellenprüfung erfolgreich abschloss. Neben seiner Hauptbeschäftigung als Verkäufer im elterlichen Geschäft, das bis Ende 1974 bestand, arbeitete er zeitweise als Pferdepfleger im Zircus Althoff, bei der Firma Barthmann Bleikristall in Wolfach und als Wanderfotograf bei Cramers Kunstanstalt Dortmund. Später arbeitete er in wechselnden Stellen als Hoteldiener (z.B. im Hotel Weißes Roß in Bad Orb und im Hotel Kranz in Bad Rippoldsau-Schapbach). Volker war tierlieb, bekam als erstes Haustier einen Zeisig geschenkt und kaufte sich von seinem ersten Lehrlingsgeld einen Hund, den er 13 Jahre lang besaß. Volker starb 1991 in Wolfach. |
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Pater Albert Bürgelin (1901-1981) |
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Pater Albert Bürgelin <24-bb> war ein Cousin von Erich Sandfuchs <6> und ein Sohn von Friedrich Bürgelin <56-bd>, der wiederum ein Cousin von Erichs Schwiegervater Wilhelm Vivell <14> war. Pater Albert begann nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Bruchsal das Studium der Philosophie in Innsbruck. Nach drei Jahren schloss er es mit dem Doktor-Examen ab. Ihn zog es in die Japan-Mission und trat darum am 9. April 1923 in die Gesellschaft Jesu ein, vollendete sein Studium in den Niederlanden und Oxford und empfing am 27. August 1928 die hl. Priesterweihe. Seine zarte Gesundheit ließ seinen Missionswunsch nicht in Erfüllung gehen. So wurde die Heimat für ihn der Tätigkeitskreis. Er wirkte als geschätzter Seelsorger mehrere Jahre in Koblenz. Sein Terziat machte er in Münster 1937/38. Während des Krieges diente er den Kranken und Verwundeten an der Ostfront. Nach dem Waffenstillstand erwarb er sich große Verdienste bei der Betreuung der Zivilgefangenen im Lager Neuengamm. 1949 vertrauten ihm die Obern die Hamburger Hausverwaltung und die Abhaltung katechetischer Kurse an. Von 1954 bis 60 leitete er das Ordenshaus in Koblenz, danach die Häuser in Hamburg und Bonn und war neben den Amtspflichten stets als nimmermüder Beichtvater und Seelsorger tätig. Kennzeichnend für ihn waren echte und gesunde Frömmigkeit, Seeleneifer, Geduld und Klugheit, selbstlose Pflichttreue und brüderliche Liebe. |
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